REDUZIEREN UND RECYCELN.
Kran birgt Geisternetz aus Meer.

PreZero und WWF

Gemeinsam, international und langfristig gegen Plastikmüll

Die Arbeit des WWF auf der Insel Phu Quoc

Es ist ein Spitzenplatz, der wenig Freude macht: Vietnam belegt einen der vorderen Plätze der Länder, aus denen der meiste Plastikmüll in die Meere gelangt. Der Hauptgrund: Der Mekong-Fluss – eine der 20 bedeutendsten Eintragsquellen in die Ozeane.

Durch fehlende Infrastruktur zur Beseitigung oder Wiederverwertung von Kunststoff in Vietnam gelangt dieser leider allzu häufig in die Flüsse und von dort ins Meer. Genau hier setzt die 2015 gestartete und bis 2025 verlängerte Kooperation von PreZero und dem WWF (World Wide Fund for Nature) an:

Helfer transportieren Abfallcontainer ab.

In den hochsensiblen Meeresschutzgebieten und Nationalsparks der Insel Phu Quoc werden Müllvermeidungsmaßnahmen im Touristiksektor und der mittelfristige Aufbau eines Abfallmanagementsystems vorangetrieben. In der Provinz Long An, im nördlichen Teil des Mekong Deltas, bringt PreZero seine fachliche Expertise bei der Installation von Systemen zur Verwertung von Abfällen und Wertstoffen ein.

 

 

© Bild: Nguyen Minh Duc

Familie fährt mit Boot durch Müll verschmutztes Meer in Indonesien.

Wichtig bei allen Projektdetails ist den Partnern vor allem die Integration und Teilhabe der örtlichen Bevölkerung. Ein Beispiel dafür: Die modellhafte Einführung eines getrennten Abfallsammelsystems in der Stadt Tan An, die im August 2020 starten konnte.

 

 

© Bild: Jürgen Freund/WWF

© Bild unten: Melanie Gömmel/WWF

Helfer säubern Strand vor Verschmutzung in Phu Quoc. Erfahre mehr dazu im Video.

Gemeinsame Geisternetzbergung in der Ostsee

Bergung von Geisternetzen aus der Ostsee.

Doch nicht nur in Südostasien ist Ocean Plastic ein gravierendes Problem: Nach Schätzungen des WWF gelangen jährlich 5.500 bis 10.000 Teile von verlorenen Fischernetzen in die Ostsee und gefährden damit Tiere und Umwelt.

Die Kooperation zwischen WWF und PreZero fokussiert sich deshalb auch auf die Bergung und Verwertung von Geisternetzen in der Ostsee. In Zusammenarbeit mit Fischern und mithilfe von Sonartechnik bergen professionelle Tauchteams die abgesunkenen Fischernetze, die in verschiedenen Versuchsreihen auf ihre Verwertungsmöglichkeiten getestet wurden. Ein Recycling der Geisternetze ist aufgrund der starken Verunreinigungen leider nicht möglich.

 

 

© Bild: Christian Howe

Taucher auf der Suche nach Geisternetzen in der Ostsee.

Seit Januar 2020 hilft die Geistertaucher-Appdes WWF Deutschland bei der Suche nach verlorenen Netzen auf dem Meeresgrund. Die App erlaubt es Sporttauchern, sich an der Suche nach Geisternetzen zu beteiligen, ohne die Risiken einer unprofessionellen Bergung einzugehen. Bis zur Tauchsaison 2021 wird auch die Verknüpfung mit den Sonardaten ermöglicht. Der WWF ist dann in der Lage, Sonarpositionen in der App zu hinterlegen, die von Sporttauchern als Netzverdachtsstellen bestätigt werden können. Dadurch entsteht zum einen ein zunehmend detailliertes Bild der Belastung am Meeresgrund, zum anderen können gezielte Bergungen regelmäßig erfolgen. Als langfristige Lösung arbeitet der WWF mit den Landesministerien in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zusammen, damit das Aufräumen der deutschen Küstengewässer Landesaufgabe werden kann.

 

 

© Bild: Christian Howe

Kran bergt Geisternetz aus der Ostsee. Erfahre mehr dazu im Video.
WWF und PreZero unterstützen Projekte zur Vermeidung von Plastikmüll in den Meeren.

Zahlen und Fakten des Projekts

Kooperationspartner

WWF (World Wide Fund for Nature)

 

Kooperationsbeginn

2015 (Partnerschaft verlängert bis 2025)

 

Schwerpunkt der Kooperation

Internationale Partnerschaft zum Schutz der Meere - Entfernung von bestehendem und Verhinderung von künftigem Ocean Plastic (OP) und Ocean Bound Plastic (OBP)

 

Erfolge

Geisternetzbergung Ostsee

  • Verlängerung der WWF Kooperation bis 2025
  • Knapp 20 Tonnen Geisternetze aus deutscher Ostsee geborgen (Stand Dezember 2020), davon allein 9,5 Tonnen während einer dreitägigen Bergungsfahrt im September 2020

Provinzhauptstadt am Mekong Delta (Tan An)

  • Erstellung Abfallwirtschaftskonzept
  • Start der getrennten Abfallsammlung im August 2020

Insel Phu Quoc

  • Bewertung der Abfallsituation und des vorhandenen Abfallmanagementsystems
  • Erstellung Aktionsplan

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